Waldbesitzer absolvieren erfolgreich Motorsägenausbildung

Erstellt am 24. Oktober 2019

Der Umgang mit gefährlichen Forstarbeiten…

 … war Gegenstand des fünftägigen Lehrgangs, in welchem Waldbauern und Privatwald-besitzer ihr bisheriges Wissen beim Arbeiten mit der Motorsäge anbringen und unter Beweis stellen konnten - und natürlich und vor allem auch noch dazulernten.

In Zusammenarbeit zwischen dem Kreiswaldbauverein Rhein-Lahn, dem Forstamt Nastätten und der SVLFG wurden neun „Sägewillige“ im Oktober jeweils in einem Grundlagen- und Aufbaukurs mit den notwendigen Kniffen und Kenntnissen versorgt, die sie als „Herrn“ mit der Säge im eigenen Wald unbedingt beherrschen sollten.

Ob einfache Grundlagenkenntnissen, oder spezifische Fachkenntnisse, es erhoben sich Fragen, über die man im Allgemeinen noch nicht großartig nachgedacht hatte, die aber plötzlich zum interessanten Diskussionsstoff wurden. Wie halte und trage ich eine Motorsäge richtig? Wie wird sie korrekt gestartet? Warum ist die Benutzung von Sonderkraftstoff von Vorteil? Warum schneide ich zuerst an dieser Seite des Astes und nicht an der anderen? Ist der Baum, den ich fällen möchte, gefährlich für mich?

Die Aufzählung könnte beliebig lange fortgesetzt werden, aber schließlich gab es während der theoretischen und insbesondere während der praktischen Unterweisungen noch viele weitere Gesichtspunkte, über die debattiert wurde und das Ganze mit dem Ziel, dass das Arbeiten mit einer Motorsäge für jeden einzelnen künftig ein Stück weit sicherer ablaufen sollte.

Die Ausbilder Thomas Martin, Björn Sommer und Steffen Herzog hatten im wahrsten Sinne des Wortes alle Hände voll zu tun, die wissbegierigen Lehrgangsteilnehmer über Maßnahmen der Unfallverhütung und in der Anwendung einer jeweils korrekten Arbeitstechnik zu unterweisen.

So ging es einerseits sowohl um das Schneiden und Aufarbeiten liegenden Holzes, als auch andererseits schwerpunktmäßig um das Fällen von Bäumen.

Das Zufallbringen relativ gerade stehender Bäume mittels Sicherheitsfälltechnik spielte eine ebenso große Rolle wie das Fällen von Bäumen, die unter Nutzung eines Haltebands in ihre Hangrichtung gefällt wurden, oder auch als sog. leichte Rückhänger entgegen derselben zu Fall gebracht werden mussten.

 MS_ AS-Baum-I_3

Natürlich kamen auch technische Hilfsmittel zum Einsatz, denn wie könnte man das Schneiden von unter Spannung befindlichem Holz besser demonstrieren und üben, als am eigens vom Waldbauverein und der SVLFG beschafften Spannungssimulator. Der Einsatz einer tragbaren Spillwinde wiederum verdeutlichte den Lehrgangsteilnehmern, dass in einigen Situationen auf solche Hilfsmittel nicht verzichtet werden darf und zwar immer dann, wenn diese zur Erhöhung der Arbeitssicherheit und damit zur Vermeidung von Unfällen beitragen, denn nach wie vor gilt: Technischen Lösungen ist der Vorzug einzuräumen!

Nachdem die Teilnehmer unter Anleitung und Aufsicht ihrer Ausbilder „genügend“ Bäume zu Fall gebracht hatten, waren sie gut gerüstet, im Zuge einer praktischen Prüfung, eigenständig einen Baum zu fällen. Der Erfolg wurde danach im Team anhand einer Stockbeurteilung festgestellt, bei der die Fallkerbtiefe, die Fallkerbsehne, Form und Bemessung der Bruchleiste sowie die Bruchstufe bewertet wurden. Ausnahmslos durften die Probanden sowie auch die Ausbilder mit dem Ergebnis mehr als zufrieden gewesen sein.      

Der am Ende des Lehrgangs platzierte schriftliche Test förderte dann zu Tage, dass alle neun Kandidaten den vermittelten Lehrstoff offensichtlich sehr aufmerksam aufgenommen und verarbeitet hatten. So punkteten sie an den richtigen Stellen.

Schließlich fiel es leicht, allen Teilnehmern am Ende des Lehrgangs die begehrte Teilnahmeurkunde, in welcher der Lehrgangserfolg mit der Bescheinigung der erworbenen Fachkunde zur Ausführung gefährlicher Baumarbeiten (sog. AS-Baum-I-Bescheinigung) dokumentiert war, mit den herzlichsten Glückwünschen zu überreichen.

Der Kreiswaldbauverein schließt sich diesen Glückwünschen an und gratuliert sehr herzlich den Teilnehmern Jürgen Kraus, Udo Kröller, Holger Langschied, Joachim Langshausen, Aaron Schwinn, Michael Schrobiltgen, Bernd Stein, Jakob Stein und Arwed Wilhelm zu ihrem Erfolg.

Wer sich für die Teilnahme an einem solchen Lehrgang interessiert, kann sich gerne mit der Geschäftsstelle des Waldbauvereins Rhein-Lahn in Verbindung setzen.

(Die Bilder zum Lehrgang sind in der Bildergalerie einsehbar)

 

 

           

 

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